Hobby-Turnier

Bekanntlich gibt es ja in jedem Tennis-Verein Medenmannschaften, die zu Gruppenspielen bei anderen Vereinen um Punkte kämpfen. Voraussetzung ist also, dass man schon recht gut Tennis spielt, meist schon länger dem Verein angehört und sich in einen festen Terminplan einfügt. Doch was machen die Spielerinnen und Spieler, die hier nicht dazu gehören? Für die gibt es eigentlich keine Alternative.

Also übernahm ich 1990 ein Spielsystem von Mannesmann Düsseldorf, das mir eine dortige Spielerin übermittelte, und wandelte es auf unseren Verein ab. Es geht darum, dass sich Nichtmedenspieler(innen) zu einem vereinsinternen Turnier melden, das vor allen Dingen dazu geeignet ist, neue Mitglieder direkt in den Spielbetrieb zu integrieren.

Also schrieb ich dieses Turnier aus, und es meldeten sich tatsächlich 62 Damen und Herren, die den ganzen Sommer über mit weit über 250 Spielen den Verein durch Aktivitäten bereicherten. 

Wie läuft denn nun das Ganze ab? - Zunächst wird bei den Damen in vier und bei den Herren in acht Gruppen – jede(r) gegen jede(n) - die Vorrunde ausgespielt. Die besten 50 % spielen dann in der Hauptrunde in einer A-Klasse und die übrigen in einer B-Klasse weiter, jeweils in 2 Gruppen, wieder jede(r) gegen jede(n). Aus den Ergebnissen ergeben sich dann jeweils 4 Tabellen bei den Damen wie Herren.

Zu Beginn des Hobby-Turniers erhält jedes in Frage kommende Mitglied eine Einladung mit einer Meldekarte und den Spielregeln. Die Meldekarte enthält neben dem Namen und der Telefonnummer die für jeden beste Spielzeit und die Urlaubstermine. Alle Daten werden in eine Liste übertragen und nach Auslosung der einzelnen Gruppen den Teilnehmern zugestellt.
Ab sofort muss dann jeder selbst dafür sorgen, dass zügig die einzelnen Spieltermine zustande kommen, denn das Ende der Vorrunde und der Finaltag sind fest terminiert. Die Spielergebnisse werden in eine aushängende Liste eingetragen und von den Kontrahenten gegengezeichnet. 

Gespielt wird ein langer Satz bis neun – bei einem 8:8 gibt es einen Tie-break. Die Bälle stellen die Spieler selbst und die einzelnen Spiele sind in den vereinsinternen Ablösemodus zu integrieren. Es gibt also keine Sonderstellung, denn in der Regel reicht eine Stunde für einen langen Satz aus. Sollte es einmal länger dauern, haben alle Spieler in unserem Verein Verständnis für eine kleine Überziehung.

Auch im letzten und in diesem Jahr haben sich wiederum jeweils acht neue Mitglieder durch ihre Teilnahme am Turnier sofort in unserem Verein wohlgefühlt. Das Vereinsleben wird enorm bereichert, da durch die Auslosung natürlich auch Spielpaarungen entstehen, die sonst niemals zustande kämen. Es entstehen Freundschaften und Spielgemeinschaften, die fortan ebenfalls dazu beitragen, unsere Klubanlage mit Leben zu erfüllen. Auch unsere Medenmannschaften "2. Damen 40", "Herren 30"  und "Herren 55" sind aus Teilnehmern des Hobby-Turniers hervorgegangen. Eine Meldegebühr von 10 Euro sorgt dafür, dass am Finaltag Pokale, kleine Geschenke und auch noch ein Buffet zur Verfügung stehen.

Übrigens: von den 62 Teilnehmern des Jahres 1990 spielen in diesem Jahr nur noch zwei – nämlich Karl Klug und ich selbst. Alle anderen stießen im Laufe der Jahre neu hinzu.

So fand 2015 das Hobby-Turnier unter Teilnahme von 23 Damen und 35 Herren zum 26. Mal statt. Über verschiedene 250 Spielerinnen und Spieler haben in all den Jahren teilgenommen und in Vorrunden und Hauptrunden in Tausenden von Spielen um Punkte gekämpft. Am 27. September wurde das Turnier mit einem großen Finaltag  bei strahlendem Sonnenschein und großer Zuschauerkulisse abgeschlossen.

Wir haben einen sehr aktiven Tennis-Klub mit über 540 Mitglieder und fünfzehn Erwachsenen-Medenmannschaften. Aber ohne das Hobby-Turnier würde auf unserer Anlage echt etwas fehlen (das sagt auch unser Klubwirt, mit Blick auf die vielen zusätzlichen Spiele und dem entsprechend guten Verzehr.)

Viel Spaß und rege Beteiligung für 2016 wünscht

Heinz Börsch
- Turnierleitung -
28. September 2015